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Zu viel Hygiene fördert resistente Keime

In besonders sterilen Umgebungen, wie etwa der Intensivstation eines Krankenhauses, bilden sich eher resistente Keime.

© shutterstock

Do. 14. März 2019

In einer sehr sterilen Umgebung finden sich weniger Keime. Offenbar begünstigt dies jedoch die Bildung von resistenten Erregern, wie Forscher des Instituts für Umweltbiotechnologie der TU Graz herausgefunden haben.

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Antibiotika-Resistenzen sind eine globale Herausforderung. Um herauszufinden, unter welchen Bedingungen Bakterien Resistenzen entwickeln, haben die Forscher um Professorin Dr. Gabriele Berg Umgebungen miteinander verglichen, die sich in ihren hygienischen Anforderungen unterscheiden, etwa die Intensivstation der Abteilung für Innere Medizin des Universitätsklinikums Graz, Reinräume der Luft- und Raumfahrt sowie öffentliche und private Gebäude.

Es zeigte sich, dass die mikrobielle Vielfalt in Gebieten mit hohem Hygienegrad geringer ist, sich dort aber mehr Resistenzen finden. Erstautor Dr. Alexander Mahnert sagte: “Bebaute Umgebungen mit starker mikrobieller Kontrolle wie die Intensivstation und industriell genutzte Reinräume weisen einen hohen Anteil an Antibiotikaresistenzen auf, die das Potenzial haben, in Krankheitserreger überzugehen.”

Umgekehrt wirkte eine stabile mikrobielle Vielfalt der Ausbreitung von Resistenzen entgegen. Erste Schritte zur Verbesserung und Aufrechterhaltung der mikrobiellen Vielfalt könnten den Autoren zufolge regelmäßiges Lüften, Zimmerpflanzen, der bewusste Einsatz von nützlichen Mikroorganismen und die Verwendung von weniger antimikrobiellen Reinigungsmitteln sein. Im nächsten Schritt möchte das Forschungsteam der TU Graz biotechnologische Lösungen für eine maßgeschneiderte mikrobielle Vielfalt entwickeln.

ZOU

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