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Was ein positiver HPV-Test bedeutet

Gebärmutterhalskrebs wird fast immer durch eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) verursacht. Ein HPV-Test gehört daher für Frauen ab 35 zur jährlichen Routine-Untersuchung beim Frauenarzt dazu. Ein positiver Test ist jedoch kein Grund zur Panik, erklärt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Was bedeutet eine HPV-Infektion am Gebärmutterhals? Entwickelt sich daraus Krebs?
Weg-Remers: Das Besondere an Papillomaviren ist, dass die Infektion meist keine Beschwerden verursacht und von allein ausheilt, völlig folgenlos. Praktisch alle Erwachsenen sind mit HPV schon in Kontakt gekommen, ohne dass sie deshalb langfristig krank geworden sind. Es gibt jedoch immer wieder Menschen, bei denen die Infektion länger anhält. Das kann auch Frauen mit einer HPV-Infektion des Gebärmutterhalses passieren. Unter ungünstigen Umständen kann sich mit der Zeit das Gewebe verändern – bis hin zu Krebsvorstufen. Werden diese nicht rechtzeitig bei einer Früherkennungsuntersuchung erkannt und entfernt, kann daraus tatsächlich Krebs entstehen, der tiefer ins Gewebe vordringt.

Wie wird eine solche Infektion behandelt?
Weg-Remers: Die Infektion selbst lässt sich derzeit nicht behandeln. Da sie meist von allein ausheilt, genügt zunächst eine regelmäßige Kontrolle. Kommt es zu Gewebeveränderungen – von der Warze bis hin zu Krebsvorstufen –, sollte man handeln. Sogenannte Feigwarzen an der Scheide oder am Darmausgang werden mit dem Skalpell entfernt, vereist oder mit Medikamenten behandelt. Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals, die sich nicht zurückbilden, kann man durch eine kleine Operation entfernen. Für die betroffene Frau ist der Eingriff nur wenig belastend und hat normalerweise auch keinen Einfluss auf eine spätere Schwangerschaft.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es für Frauen?
Weg-Remers: Ab dem Alter von 20 Jahren können sich Frauen einmal im Jahr beim Frauenarzt untersuchen lassen. Bei der allgemeinen gynäkologischen Untersuchung macht er einen Abstrich vom Gebärmutterhals, und die entnommenen Zellen werden unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht. Für Frauen ab 35 reicht dieser Abstrich alle drei Jahre – aber sie bekommen zusätzlich einen HPV-Test, der zeigen soll, ob bei ihnen eine nicht ausgeheilte Infektion besteht.

Außerdem in diesem Heft: Säuren und Basen in Balance +++ Ernährungsprofi in Sachen Diabetes +++ Pflanzliche Hilfe gegen Schmerzen

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der “Neue Apotheken Illustrierte”