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Säuren und Basen in Balance

Sauer macht lustig, glaubt der Volksmund. Säuren, aber auch ihre Gegenspieler, die Basen, beeinflussen viele Vorgänge im Körper, weiß die Wissenschaft. Die Redaktion der Neuen Apotheken Illustrierten hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe beim Experten informiert.

»Der Säure-Basen-Haushalt ist für unseren Stoffwechsel von einer fundamentalen Bedeutung«, erklärt Professor Dr. Jürgen Vormann, Leiter des Instituts für Prävention und Ernährung. Gerät er aus dem Gleichgewicht, kann das zum Teil dramatische Auswirkungen auf den Körper haben. »Vor allem die Säurekonzentration im Blut muss konstant sein«, warnt der Experte. In gesundheitlichen Extremsituationen kann es zu einer Entgleisung kommen, die im Extremfall als Notfall auf der Intensivstation endet.

In den meisten Fällen schaden Säuren dem Körper. Basen gelten chemisch gesehen als ihre Gegenspieler. Sie sind dazu in der Lage, eine Säure zu neutralisieren und unschädlich zu machen. »Um den pH-Wert konstant zu halten, spielt daher die ausreichende Versorgung mit Basen eine wichtige Rolle für den Körper«, erklärt Vormann. Dafür sorgen sogenannte Puffersysteme.

Eine wichtige Ursache für einen gestörten Säure-Basen-Haushalt sehen viele in unserer westlichen Ernährung. Hierzu zählt laut Vormann unter anderem zu viel Protein. »Natürlich bedeutet das nicht, dass wir kein Protein mehr verzehren sollten«, so der Ernährungswissenschaftler. Es komme aber auf die Mischung an. »Ich empfehle, mehr basische Lebensmittel zu essen, die Säure neutralisieren. Hierzu zählen Gemüse, Salat und Obst, die ja auch allgemein eine wichtige Rolle für eine gesunde Ernährung spielen.« Zudem kommen laut Vormann zu viele Lebensmittel auf den Tisch, die als neutral oder leicht sauer gelten, etwa Getreideprodukte. Seine Faustregel: »Bei Fleisch, Fisch oder Käse am besten dazu die dreifache Menge an Gemüse oder Salat essen. Dann wäre man auf der richtigen Seite.«

Wirkt ein sauer schmeckendes Lebensmittel automatisch sauer? Ganz so leicht ist es nicht. Bestes Beispiel sind Zitronen. Durch Säuren wie Zitronen- und Ascorbinsäure schmecken sie sehr sauer. Aber es kommt darauf an, was Verdauung und Stoffwechsel daraus machen. Der Körper zerlegt sie in überwiegend basisch wirkende Substanzen.

Neben der bereits erwähnten Umstellung der Ernährung lässt sich noch mehr für den Säure-Basen-Haushalt tun. So gibt es Basenpräparate aus der Apotheke. Einige davon enthalten sogenannten Citrate, Salze der Zitronensäure. Diese Stoffe neutralisieren die Magensäure nicht, die für eine gute Verdauung unerlässlich ist, binden jedoch im Körper Säure. Vormann sieht sie als gute Ergänzung. Er empfiehlt, »sich basisch zu ernähren und dies über einen Monat mit einem Basenpräparat zu unterstützen.«

Außerdem in diesem Heft: Ernährungsprofi in Sachen Diabetes +++ Was ein positiver HPV-Test bedeutet +++ Pflanzliche Hilfe gegen Schmerzen

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der “Neue Apotheken Illustrierte”