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Nach langer Krankheit endlich zur Diagnose

Wer hilft, wenn man ständig unter Beschwerden leidet und sich die Ursache nicht feststellen lässt? Manche Menschen haben jede Menge Arztbesuche hinter sich, bis sie sich verstanden fühlen. Und einige brauchen den erfahrenen Hausarzt, der nachfragt und dadurch erst eine Krankheit zur Sprache bringt. Das Apotheken Magazin berichtet.

Ein Reizdarmsyndrom gehört zu den klassischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die jahrelang Beschwerden bereiten, ohne dass eine definitive Diagnose gestellt würde. Und in der Tat: Alle Untersuchungen verlaufen ergebnislos, egal ob Darmspiegelung, Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Untersuchung des Blutes auf Antikörper. Und nun? „Viele Patienten hören daraufhin den Satz: „Dann ist es halt ein Reizdarm – nichts Schlimmes, aber da kann man nicht viel machen.“ Das kann sie empfindlich treffen, sie fühlen sich abgefertigt oder sinnlos vertröstet“, sagt Dr. Hans-Michael Mühlenfeld.

Der erfahrene Hausarzt aus Bremen würde so etwas nie sagen. Er weiß ja: Der Patient leidet. Man muss ihn ernst nehmen und versuchen, seine Perspektive einzunehmen. Geschieht das nicht, begibt er sich womöglich auf eine lange, auf Dauer frustrierende Suche mit nicht enden wollenden Besuchen bei stets wechselnden Medizinern verschiedener Fachrichtungen.

„Nur mithilfe von Empathie kann es gelingen zu helfen. Man muss dem Geschehen einen Namen geben und gemeinsam mit dem Betroffenen eine Behandlungsstrategie entwickeln“, erklärt Allgemeinmediziner Mühlenfeld, der sich im Deutschen Hausärzteverband engagiert. Im beschriebenen Fall spricht er zum Beispiel von einer „Funktionellen Störung“, die eine symptomatische Therapie mit sich bringt. „Ich bespreche mit dem Patienten, in welchen Situationen die Bauchschmerzen auftreten, und wir überlegen, was ihm dann guttut. Es kann etwa sein, dass das Einreiben des Bauchs im Magen-Darm-Bereich mit einer wärmenden Salbe nach einem stressigen Tag Linderung bringt. Manchem hilft es auch, bestimmte Lebensmittel wie etwa blähenden Kohl vom Speiseplan zu streichen.“

Er erlebt immer wieder, wie Menschen sich erleichtert fühlen, wenn er sich mit ihren Beschwerden befasst und deren Bedeutung einordnet. Denjenigen, deren Bauchschmerzen immer wieder ohne ersichtliche Ursache auftreten, nimmt der Hausarzt im Zweifel die Angst, es könne etwas Schlimmes dahinterstecken. 

Außerdem in diesem Heft: Hohe Zuckerwerte nicht unterschätzen +++ Interview Roland Kaiser: Älterwerden ist kein Grund zu trauern +++ Herbstbote Rosskastanie

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