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Läuse: Nicht immer juckt der Kopf

Um zu überprüfen, ob sich Läuse auf der Kopfhaut eingenistet haben, eignet sich ein spezieller Nissenkamm.

© AndreyPopov/iStockphoto

Sa. 10. August 2019

Jeden Tag stecken sich viele Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene mit Kopfläusen an. Betroffene erkennen einen Befall meistens am Juckreiz – doch nicht immer tritt dieses Symptom auf, erklärt Apothekerin Petra Engel-Djabarian.

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Der Mensch ist der einzige Wirt der winzigen Parasiten, die sich am liebsten in den Haaren eines Menschen aufhalten und sich von dessen Blut ernährt. Läuse haben keine Flügel, sie können nicht fliegen und sie springen auch nicht. Sie krabbeln von Haar zu Haar, von Kopf zu Kopf: So kommt es, dass meist Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren betroffen sind. Sie stecken beim Lernen oder Spielen die Köpfe zusammen oder kuscheln gemeinsam auf einem Kissen.

Eltern, die vom Kindergarten oder der Schule informiert wurden, dass es Läuse in der Einrichtung gibt, sollten alle Familienmitglieder sorgfältig auf einen möglichen Befall hin kontrollieren. Nicht immer juckt die Kopfhaut, wenn sich Läuse eingenistet haben, trotzdem ist eine Behandlung notwendig, damit sich die Läuse nicht verbreiten.

Am besten wird für die Kontrolle ein Nissenkamms verwendet: Mit diesem wird das feuchte Haar Strähne für Strähne auf Läuse und deren Eier, die Nissen, geprüft. Der Kamm wird nach jeder Strähne auf einem Küchentuch abgestreift, um die Läuse besser sehen zu können. Wurde eine Laus entdeckt, sollte die ganze Familie mit einem Läusemittel behandelt werden. “Es stehen physikalische, chemische und natürliche Läuseshampoos zur Verfügung”, sagt Engel-Djabarian vom Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz. “In den chemischen sind Insektizide oder Nervengifte enthalten. Durch deren häufigen Einsatz bestehen schon viele Resistenzen. Deshalb empfehle ich meist ein Mittel mit Silicon-Ölen.” Diese wirken auf physikalische Weise und sind sehr effektiv. Die Atemsysteme der Läuse und Nissen werden verschlossen und sie sterben ab. Wichtig bei allen ist, dass alle Haare gleichmäßig mit dem Mittel benetzt sind und unbedingt die Einwirkzeit eingehalten wird. Nissen und Läuse werden mit einem Nissenkamm entfernt. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt außerdem, die Anwendung am neunten Tag zu wiederholen, um eventuell geschlüpfte Larven abzutöten.

Im Internet finden sich in Foren viele vermeintliche Tipps, was gegen Läusebefall helfen soll. Spülungen mit Essig oder mit Teebaumöl finden sich dort wie Saunagänge für Betroffene oder 45 Minuten unter der heißen Trockenhaube. “Solche Maßnahmen führen nicht zum Erfolg. Bevor die Läuse unter Trockenhaube Schaden nehmen, kommt es schlimmstenfalls zu Verbrennungen an der Kopfhaut von Kindern”, warnt Apothekerin Engel-Djabarian.

Wer ganz sicher gehen will, kann alles was waschbar ist, wie Mützen, Bettwäsche oder auch manche Kuscheltiere bei 60 Grad in die Waschmaschine geben. Es reicht aber auch aus, alles für mindestens drei Tage in einen Plastikbeutel zu geben. Die Läuse sterben dann ab. Kämme, Bürsten und Haargummis können in einer heißen Seifenlauge von Läusen befreit werden.

LAV RLP/NK

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