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Hier können sich Nervenschäden bemerkbar machen

Hohe Blutzuckerwerte können die Nerven schädigen. Dann ist die Übertragung von Sinnesreizen und Bewegungsimpulsen gestört. Erste Anzeichen zeigen sich häufig an den Füßen. Aber auch Organe wie das Herz oder der Magen-Darm-Trakt können beeinträchtigt sein. Die Neue Apotheken Illustrierte EXTRA gibt in ihrer aktuellen Ausgabe einen Überblick. 

Experten unterscheiden zwei Hauptformen der diabetischen Neuropathie, und zwar die periphere diabetische und die vegetative diabetische Neuropathie. 


1.    Periphere diabetische Neuropathie umfasst Schäden an Nerven, die für die Bewegung der Muskeln und das Berührungsempfinden der Haut zuständig sind. Deshalb sind häufig Füße und Unterschenkel betroffen. 

Symptome: nicht immer eindeutig, aber häufig Missempfindungen (Kribbeln, Taubheitsgefühl, Brennen) oder starke Schmerzen.

Darum ist das ein Problem: Verletzungen werden gegebenenfalls zu spät bemerkt, es können schlecht heilende Wunden entstehen (diabetisches Fußsyndrom), im Extremfall Amputation von Zehen oder dem ganzen Fuß.

Was man tun kann: regelmäßig Füße inspizieren, Fußpflege, Barfußlaufen vermeiden, Verletzungen umgehend behandeln.

Zuständiger Spezialist: Fußexperte, Podologe

2.    Vegetative diabetische Neuropathie umfasst Schäden an Nerven, welche die Organe im Körper steuern, deren Funktion man nicht bewusst beeinflussen kann. Da alle Organe im Körper vom Nervensystem gesteuert werden, können auch quasi alle von vegetativen Nervenschäden betroffen sein. Es folgen die häufigsten.

Herz-Kreislauf-System

Symptome: Erhöhter Ruhepuls, Herzrhythmusstörungen, verminderte Leistungsfähigkeit.

Darum ist das ein Problem: erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und plötzlichen Herztod infolge eines unbemerkten Herzinfarkts.

Was man tun kann: Gründliche Untersuchung von Herz und Gefäßen, angepasstes körperliches Training, Stress vermeiden.

Zuständiger Spezialist: Kardiologe

Magen-Darm-Trakt

Symptome: Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfungen infolge einer Magenentleerungsstörung, weil die steuernden Nerven geschädigt sind.

Darum ist das ein Problem: Gefahr von Mangelernährung, außerdem erschwertes Diabetesmanagement (richtiger Zeitpunkt der Insulingabe).

Was man tun kann: Individuelle Ernährungstherapie, Medikamente zur Linderung des Brechreizes und Erhöhung der Beweglichkeit des Magens.

Zuständiger Spezialist: Gastroenterologe

Harnblase

Symptome: Blasenentleerungsstörungen, ständiger Harndrang.

Darum ist das ein Problem: Inkontinenz, Blase kann sich nicht mehr richtig entleeren.

Was man tun kann: viel trinken, Wasserlassen nach genauem Plan, bei Bedarf Blasenentleerung per Katheter.

Zuständiger Spezialist: Urologe

Außerdem in diesem Heft: Infografik: Wie wirkt Sport auf Körper und Blutzucker? +++ Testosteronmangel und Diabetes +++ Apotheker-Tipp: „So versorgen Sie kleine Wunden richtig!“

> Mehr darüber lesen Sie in der Extra Ausgabe der “Neue Apotheken Illustrierte”