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Fasten mit Diabetes: Das gilt es zu beachten

Im Frühjahr fasten viele Menschen, sei es aus religiösen Gründen oder wegen des Gewichts. Wie Intervallfasten auch mit Diabetes gelingt und warum es besonders gut ist, erklärt das Apotheken Magazin Diabetes.

Dr. Astrid Tombek, DDG-Diabetesberaterin an der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim, empfiehlt Diabetikern eher intermittierendes als das Heilfasten. Es gilt unter Experten mittlerweile als gleichwertige Methode zu einer normalen Reduktionskost. »Es zeigt sich, dass einige Menschen das sogar besser durchhalten als kontinuierlich weniger zu essen. Und wenn ich regelmäßig eine Mahlzeit weglasse, habe ich letztendlich ja auch meine Kalorien gespart«, betont Tombek.

Fastenexperten gehen davon aus, dass Menschen durch drei Monate konsequentes Intervallfasten vier bis sechs Kilo an Gewicht verlieren können. Dies wirkt sich positiv auf Blutzucker und -fette aus. Wer die Abendmahlzeit weglässt, hat zudem gute Chancen auf besseren Schlaf. In der Regel entscheiden sich Fastenwillige zwischen zwei Modellen:

5:2 Methode: Hierbei isst man an fünf Tagen in der Woche wie gewohnt. An zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen wird gefastet. Nur etwa 500 Kilokalorien, verteilt auf zwei kleine Mahlzeiten, sind erlaubt. Die Fastentage sollten einem festen Rhythmus folgen.

16:8 Methode: Acht Stunden am Tag darf man Nahrung aufnehmen, 16 Stunden wird gefastet. Dieses Konzept funktioniert als »Dinner-Canceling«, bei dem man das Abendessen weglässt. Alternativ verzichten Menschen auf das Frühstück. Vorteil der Methode: Ein großer Teil der Fastenzeit wird verschlafen.

Menschen, die nur Tabletten nehmen, um die Zuckerwerte in den Griff zu bekommen, können laut Diabetesberaterin Tombek ohne Bedenken intermittierend fasten. Lediglich, wer Sulfonylharnstoffe einnehme, solle das Medikament weglassen, wenn eine Mahlzeit entfällt. »Patienten, die Insulin spritzen, müssen das Mahlzeiten-Insulin weglassen. Bei Typ-1-Diabetes gilt es zu beachten, dass der KE-Faktor der nachfolgenden Mahlzeit leicht erhöht sein kann. Außerdem reduziert sich nach einer Weile möglicherweise der Insulinbedarf. Aber das ist ja gewollt und kann bei der regelmäßigen Untersuchung in der Diabetespraxis mit dem Team abgestimmt werden«, erklärt Tombek.

Außerdem in diesem Heft: Zuckermessen: Systeme im Vergleich +++ Leistungssport: Mit Diabetes ganz vorn +++ Apothekertipp: „So klappt es mit der Nachtruhe“

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