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Die 10 häufigsten Beziehungsfehler

Die einen finden sich nach vielen Ehejahren als Single wieder, bei anderen will sich einfach kein dauerhaftes Beziehungsglück einstellen. Welche Fehler viele Paare machen und wie man sie vermeiden kann, erklärt der unter anderem auf Paar- und Familientherapie spezialisierte Psychotherapeut und Notfall-Psychologe Petros Stathakos aus Berlin in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

1. Viele Paare sprechen Probleme nicht an. »Kein Mensch hat Lust zu streiten. Es kostet Energie und ist unangenehm. Stattdessen möchte man lieber seinen Kaffee genießen und einen schönen Tag haben«, sagt Stathakos. Doch manchmal müsse man diese zehn Prozent seiner Energie investieren und ein Konfliktgespräch führen, um ein Problem zu lösen. Am besten frühzeitig. 

2. Um gemeinsam Konflikte zu lösen, benötigt man Empathie. »Das bedeutet, das Problem durch die Augen des anderen betrachten, sich in seine Position hineinversetzen zu können«, erklärt der Psychologe. Ein Mangel an Empathie bringt Gespräche rasch zum Scheitern. 

3. Reden hilft nicht nur bei Konflikten. »Viele Menschen vergessen, ihre eigenen Sehnsüchte, Wünsche, aber auch Grenzen anzusprechen. Sie gehen davon aus, dass der andere ihre Gedanken lesen kann«, so Stathakos. »Vielleicht war das am Anfang der Beziehung auch so. Aber wir ändern uns im Laufe der Jahre. Und dann ist es wichtig, zu sagen, was man will und was nicht.«

4. Im Verlauf der Jahre kommt es häufig vor, dass Partner anfangen, sich selbst zu vernachlässigen, zum Beispiel ihre Erscheinung oder Hygiene. »Darunter würde ich auch zu viel Alkohol, zu viel Essen, zu wenig Sport oder Schlaf fassen«, so der Psychologe. 

5. »Viele Menschen haben einen falschen Begriff von Loyalität und versuchen, Aktivitäten des Partners außerhalb der Beziehung zu unterbinden«, so die Erfahrung des Psychologen. Eng damit verbunden ist oft Eifersucht, die immer auch eigene Unsicherheit widerspiegelt. Aber: »Eine Beziehung floriert, wenn man sich und seinem Partner Freiräume zugesteht«, sagt Stathakos.

6. »Viele Paare verpassen den Moment, an dem man die Elternebene von der Paarebene trennen muss«, sagt der Psychologe. »Schließlich entwickeln wir uns weiter und Zeit zu zweit ist auch wichtig. Sonst kann es zum »Leeres-Nest-Syndrom« kommen, sobald die Kinder aus dem Haus sind und als Brücke zwischen zwei Partnern wegfallen.

7. Das Fehlen körperlicher Nähe ist ein starker Beziehungskiller. Damit ist nicht Sex gemeint, sondern Umarmungen, Kuscheln und Zärtlichkeit − im Bett, aber auch im Alltag. »Es ist wichtig, dass man zumindest ab und zu dasselbe Bett teilt.«

8. Auch im Bett gilt es, Wünsche auszusprechen.

9. Wenn durch Fremdgehen Vertrauen verloren geht, ist das oft nicht mehr zu kitten. Allerdings werde dieses, wenn es sich nicht um eine langjährige Affäre handle, von älteren Menschen oft milder bewertet als von jüngeren. »Bei Paaren, die länger zusammen sind, hat die emotionale Loyalität oft einen höheren Stellenwert als die sexuelle«, so Stathakos Erfahrung.

10. Wir neigen oft dazu, eher das Negative zu sehen als das Positive. »Es gibt eine Paartherapie-Übung: ›Den anderen erwischen, wie er etwas Gutes für mich tut‹. Dadurch soll der Blick der Partner für die positiven Dinge geschärft werden.« Und: Wer etwas Positives sieht, darf es durchaus auch kommunizieren. Lob und Wertschätzung stärken die Partnerschaft.«

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> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der “Neue Apotheken Illustrierte”