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Diabetes & Psyche: Wenn die Seele Hilfe braucht

Angst vor Unterzuckerung, Frust über die pausenlose Selbstdisziplin oder sogar Depressionen: Diabetes kann die menschliche Seele stark unter Druck setzen. Auswege aus dem Dilemma zeigt nun die aktuelle Ausgabe der Neue Apotheken IllustriertenDiabetes extra auf.

Das psychische Wohlbefinden ist bei Menschen mit Diabetes im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung reduziert: Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Studie (DAWN2), an der 8596 Menschen mit Diabetes aus 17 Ländern teilnahmen. Auf einer Skala von 0 bis 100 (maximales Wohlbefinden = 100) erreicht die deutsche Allgemeinbevölkerung einen Wert von 70,3. Befragte mit einer Diabeteserkrankung erreichten einen deutlich geringen Wert von 57,2. Laut der Studie besteht bei jedem siebten Menschen mit Diabetes das Risiko einer Depression.

Die sogenannte „Psychodiabetologie“ möchte sich diesem Umstand annehmen. „Im Grunde ist das ein Kunstwort. Es wurde geprägt, weil wir beobachten, dass viele psychische und psychosoziale Belastungen aus der Erkrankung resultieren. Diabetes wirkt auf alle Lebensbereiche ein. Und dieser Einfluss ist unterschiedlich stark ausgeprägt, je nach Diabetesform und Lebensalter“, erklärt Dr. Rainer Paust, Leiter des Instituts für Psychosoziale Medizin am Elisabethen-Krankenhaus Essen und Mitbegründer des ersten bundesweiten Qualitätszirkels für Psychodiabetologie. Will heißen: Mancher ist zuweilen genervt von der pausenlosen Selbstbehandlung – ohne eine Auszeit, rund um die Uhr. Ein anderer hingegen fühlt sich mit den Jahren extrem unter Druck gesetzt durch Sorgen und Ängste, etwa vor einer möglichen Unterzuckerung oder vor Folgeerkrankungen, die bis zur Erblindung oder Blutwäsche führen können. Nicht jeder Mensch hat die Kraft und die Ausdauer, diesen Druck ohne Unterstützung zu bewältigen. Um ihnen zu helfen, arbeiten Experten der Diabetologie und Psychotherapie mitunter verstärkt zusammen.

 ·         So bietet etwa die Arbeitsgemeinschaft »Diabetes und Psychologie« der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Informationen, Tipps und Hilfestellung an: www.diabetes-psychologie.de (Unterpunkt: > Betroffene).

·         Über die Website können auch speziell ausgebildete Psychotherapeuten in der Nähe des Wohnortes gesucht werden, die Erfahrungen mit Diabetes haben und teils auch Beratung via Bildschirm anbieten.

·         Selbsthilfegruppen und Partnerorganisationen, die einen Austausch über den Diabetes ermöglichen, finden sich über das Diabetesinformationsportal diabinfo.de (Unterpunkte: > Leben mit Diabetes Info-Ecke > Anlaufstellen).

Außerdem in diesem Heft: Bessere Werte danke Hightech +++ Experten-Tipp: Eine Spritze für das Sehen +++ Apotheker-Tipp: „Das hilft gegen Sodbrennen!“

> Mehr darüber lesen Sie in der Extra Ausgabe der “Neue Apotheken Illustrierte”