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Diabetes geht auf die Knochen

Lange Zeit war ein Zusammenhang zwischen Knochen- und Zuckerstoffwechsel nicht bekannt. Heute ist klar: Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe die Zusammenhänge.

»Bei Patienten mit Typ-1-Diabetes ist häufig die Knochendichte vermindert, da hohe Blutzuckerwerte dem Knochenzuwachs in jungen Lebensjahren entgegenwirken«, beschreibt Professor Dr. Karsten Müssig, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Franziskus-Hospital Harderberg. Bei Typ-2-Diabetes leidet dagegen eher die Struktur der Knochen, die Knochendichte kann indessen durchaus im Normalbereich liegen. Müssig: »Bei beiden Diabetestypen kann die Knochenqualität infolge eines herabgesetzten Knochenumsatzes und einer gestörten Mikroarchitektur des Knochens vermindert sein.« Ein möglicher Grund dafür könnte eine verminderte Durchblutung sein. So stehen die Knochenveränderungen häufig mit Erkrankungen kleiner Blutgefäße in Zusammenhang.

Weitere Faktoren, die bei Menschen mit Diabetes häufiger auftreten, wirken sich ebenfalls auf die Gefahr für Knochenbrüche aus. »Diese umfassen etwa beim Typ-2-Diabetes starkes Übergewicht sowie ein erhöhtes Sturzrisiko und den Verlust an Muskelmasse bei Älteren«, erklärt der Mediziner. »Außerdem können sich mit Diabetes vergesellschaftete Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Nierenleiden sowie die Blutzucker-senkende Therapie auf die Knochen auswirken.« Je nach Wirkstoff fällt der Einfluss auf die Knochen jedoch anders aus. So verhalten sich etwa Sulfonylharnstoffe, Biguanide oder Metformin neutral auf das Knochenbruchrisiko, Glitazone erhöhen es dagegen.

Aber auch Arzneimittel gegen andere Erkrankungen beeinflussen mitunter das Knochenbruchrisiko. Dazu gehören zum Beispiel Cortison, Mittel zur Behandlung einer Depression oder Protonenpumpenhemmer zur Langzeitbehandlung von Magenschmerzen. Fragen zu möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten beantworten die Mitarbeiter der Apotheke vor Ort gern.

Außerdem in diesem Heft: Das goldene Dreieck der Heuschnupfen-Therapie +++ Guter Apothekenservice dank schneller Daten +++ Interview mit Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zum Nutri-Score

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der “Neue Apotheken Illustrierte”