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Diabetes & Demenz: Den Zucker nicht vergessen

Ein hoher Blutzuckerspiegel beeinflusst viele Körperorgane – auch das Gehirn. Das Apotheken Magazin Diabetes erklärt in seiner aktuellen Ausgabe, warum Diabetiker ein erhöhtes Risiko für eine Demenz haben und wie sich vorbeugen lässt.  

Studien zeigen, dass Menschen mit Diabetes im Vergleich zu anderen etwa doppelt so häufig eine Demenz entwickeln. »Der hohe Blutzucker beeinträchtigt die Denk- und Wahrnehmungsvorgänge. Aber auch zu niedrige Zuckerwerte, sogenannte Hypoglykämien, wirken sich auf das Gehirn aus«, erklärt Privatdozent Dr. Andrej Zeyfang, Diabetologe in Ostfildern bei Stuttgart.  

Demenz wird als Oberbegriff für verschiedene Formen des Gedächtnisverlustes verwendet. Als häufigste Ursache gilt in den westlichen Ländern die Alzheimer-Krankheit. Ihr Anteil wird auf mindestens zwei Drittel der Krankheitsfälle geschätzt. Ältere Menschen sind jedoch besonders von Mischformen aus verschiedenartigen Krankheitsprozessen betroffen, die die Nerven und Gefäße beeinträchtigen.  

Privatdozent Dr. Jens Benninghoff, Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin und Entwicklungsstörungen am kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost, erläutert: »Die Alzheimer-Demenz entsteht durch Eiweißablagerungen im Gehirn. Möglicherweise spielen dabei auch chronische Entzündungsprozesse eine Rolle, die durch den Diabetes verursacht werden.« Bei der gefäßbedingten, sogenannten vaskulären Demenz sind die Zusammenhänge deutlicher: »Ein zu hoher Blutzuckerspiegel sorgt ebenso wie schwere Unterzuckerungen, die oft mit Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck und Übergewicht auftreten, für viele kleine Schädigungen des Gehirns«, sagt Zeyfang. Und: Durch den veränderten Fettstoffwechsel verengen sich die Gefäße, und das Gehirn wird schlechter mit Sauerstoff versorgt.

Hoffnung verbindet sich mit einigen Medikamenten gegen den Diabetes: »Für die Therapie mit dem blutzuckersenkenden Wirkstoff Pioglitazon, aber auch für diejenige mit Metformin zeigt sich ein gewisser schützender Effekt hinsichtlich der Demenzentwicklung«, erläutert Zeyfang. Die Gefäße, Nieren und das Herz werden nach seinen Worten ebenfalls durch SGLT2-Hemmer in Schutz genommen, die den Blutzucker senken. Ähnliches gilt für GLP1-Rezeptor-Agonisten, die unter anderem die Insulinresistenz verringern und so auch Gehirn und Gefäße schützen.  

Außerdem in diesem Heft: Wenn Diabetes die Blase schwächt +++ Potenzprobleme: Wieder Zeit für Zärtlichkeit +++ Apotheker-Tipp: „Ältere brauchen häufiger Vitamin D“

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