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Biotin-Präparate können Bluttest verfälschen

Biotin soll Haut, Haare und Nägel stärken und ist häufig Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln.

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Sa. 16. März 2019

Die Einnahme von Biotin als Nahrungsergänzungsmittel könnte manche klinischen Laboruntersuchungen beeinflussen, zum Beispiel den Troponin-Test zur Herzinfarkt-Diagnose. Darüber informiert jetzt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

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Biotin-Präparate können offenbar Laborergebnisse gefährlich verfälschen. Darauf weist die AMK nach mehreren Fallberichten hin. In den USA etwa verstarb ein Patient mit einer Hochdosis-Biotin-Therapie zur Behandlung von Multipler Sklerose, da die Ärzte aufgrund falsch-negativer Troponin-Werte einen vorliegenden Herzinfarkt nicht erkannten. Bei anderen klinischen Studien und Fallberichten seien falsch erhöhte Estradiolwerte sowie falsch erniedrigte Parathormon- oder TSH-Werte aufgetreten.

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz der Europäischen Arzneimittelagentur (PRAC) empfiehlt, entsprechende Warnhinweise in die Beipackzettel aufzunehmen. Das betrifft Medikamente zum Einnehmen mit über 150 Mikrogramm Biotin pro Dosiseinheit und parenteral anzuwendende Arzneimittel, die über 60 Mikrogramm Biotin pro Einheit enthalten.

Inwieweit Biotin-Präparate Laborergebnisse tatsächlich beeinflussen, will das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nun genau prüfen. Solange ist es ratsam, den Hausarzt vor entsprechenden Tests darüber zu informieren, welches Biotin-Produkt in welcher Dosierung verwendet wird. Das gelte auch für Nahrungsergänzungsmittel für Haut, Haare und Nägel sowie Multivitamin-Präparate, die oft Biotin enthalten.

dh/PZNK

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