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Bei Schuppenflechte nicht nur die Haut behandeln

Wer an Psoriasis erkrankt, fühlt sich häufig zunächst hilflos und ausgeliefert. Doch mittlerweile gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten für die sogenannte Schuppenflechte. Dr. Uwe Schwichtenberg vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen erklärt in der aktuellen Ausgabe des Apotheken Magazins, wie Betroffene den Alltag meistern.

Herr Dr. Schwichtenberg, was ist für Sie das A und O im Umgang mit Psoriasis?
Schwichtenberg: Wissen hilft! Je mehr man über seine Erkrankung weiß, umso besser lernt man, mit ihr umzugehen. Wissen erleichtert es, aktiv an die Herausforderungen heranzugehen. Zum Glück haben wir heute eine große Bandbreite an wirksamen Therapien zur Verfügung, vor allem bei mittelschweren und schweren Formen der Psoriasis. Eine erscheinungsfreie Haut lässt sich häufig erreichen.

Was kann bei den zweifellos hohen seelischen Belastungen helfen?
Schwichtenberg: Wichtig ist das Gespräch mit dem persönlichen Umfeld, mit der Familie und mit Freunden. Oft spielen – ausgesprochen oder unausgesprochen – Scham und Schuldgefühle eine Rolle. Aber niemand ist schuld an der Erkrankung, und niemand muss sich schämen, das muss man sich klarmachen. Patienten sollten vielmehr ihre „Psychoarmee“ stabilisieren. Ein stärkendes Umfeld können neben Familie und Freunden auch andere Patienten etwa in Selbsthilfegruppen darstellen. Verständnis zu finden, ohne sich ständig erklären zu müssen, kann eine wichtige Stütze sein. Auch bei einer Kur spielt dieser Aspekt eine wichtige Rolle. Zwar bekommt man nicht über Nacht ein „dickes Fell“, doch vielen gelingt es, ihren Weg zu finden.

Gibt es auch etwas, das Angehörige und Freunde nicht tun sollten?
Schwichtenberg: Ständig Ratschläge erteilen, etwa was jemand tun oder nicht tun oder essen oder eben nicht essen soll. Eine Psoriasis ist eine komplexe chronisch-entzündliche Erkrankung des ganzen Körpers. Oft setzen solche oft unqualifizierten Ratschläge die Patienten zusätzlich unter Druck. Man kann dann sagen: Ratschläge sind auch Schläge.

Außerdem in diesem Heft: Arzneimittelversorgung in Krisenzeiten +++ Interview mit Vanessa Mai: „Ich höre sehr auf meinen Körper“ +++ Fuchsbandwurm, ein Parasit auf Abwegen

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