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Atemprobleme: Ohne Luft

Leiden Jugendliche unter Atemproblemen, denken viele zunächst an Asthma. Es gibt allerdings auch andere Krankheiten, die das Atmen erschweren – und deutliche Unterscheidungsmerkmale, die auf die richtige Spur führen können. Die aktuelle Ausgabe des Apotheken Magazins berichtet über die noch wenig bekannten Atemstörungen VCD und EILO.

Bei Asthma hat man es mit einer organischen Erkrankung zu tun, die mit einer chronischen Entzündung in den Bronchien einhergeht. Nicht so bei Krankheiten, die unter den Oberbegriff ILO (induzierbare laryngeale Obstruktion) fallen. „Hier handelt es sich nicht um kranke Strukturen, sondern die Funktion im Bereich des Kehlkopfes ist gestört. Deshalb bezeichnet man sie auch als funktionelle Atemstörungen“, erklärt Kinderpneumologe Dr. Christian Walter aus Bad Homburg. Diese besitzen eine deutlich psychische Komponente. Ein möglicher Grund, warum Kinderpneumologen seit Beginn der Corona-Pandemie eine deutliche Zunahme dieser Störungen in ihren Praxen verzeichnen.

„Normalerweise öffnen sich die Stimmbänder, wenn wir einatmen, ganz weit. Nicht so bei diesen durch Reiz auslösbaren Verengungen des Kehlkopfs. Bei VCD oder EILO kommt es bei der Einatmung zu einer falschen Bewegung der Stimmbänder. Diese legen sich eng aneinander und lassen nur in einem minimalen Bereich ein kleines Dreieck frei, durch das man atmen kann. Die Folge ist Atemnot, und plötzliche Atemnot verursacht große Angst.“ Betroffene versuchen dann häufig, schneller zu atmen, es kommt zu einer Hyperventilation, die ihrerseits zu Schwindel und Bewusstlosigkeit führen kann.

„Ein wesentlicher Faktor der Therapie ist die Diagnose“, so die Erfahrung des Kinderpneumologen. „Wenn die Patienten wissen, dass es sich um eine vorübergehende Störung der Bewegung der Stimmbänder handelt, und dass es kein Asthma ist und auch nicht lebensbedrohlich, dann verschwinden die Beschwerden häufig von selbst.“ Halten die Beschwerden an, können spezialisierte Logopädinnen oder Physiotherapeutinnen weiterhelfen. Sie schulen Betroffene darin, Vorboten zu erkennen, und können Atemtechniken vermitteln, mit denen sich der Kehlkopf und somit die Stimmbänder entspannen lassen. Ein Asthma-Spray, das die Bronchien erweitert, hilft logischerweise nicht.

Außerdem in diesem Heft: Philipp Lahm: „Der sportliche Ehrgeiz ist noch da“ +++ Eine gute Nacht! +++ Ein Stoma ist auch eine Chance

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