Hebel-Apotheke, Center-Apotheke, Schlössle-Apotheke

Arzneimittelversorgung in Krisenzeiten

Ob Naturkatastrophen oder Covid-19: Apotheken müssen auch oder gerade in Ausnahmesituationen funktionieren. Wie das gelingt, erläutert Georg Engel, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer, in der aktuellen Ausgabe des Apotheken Magazins.

Lieferengpässe bei einzelnen Medikamenten gehören leider schon seit Jahren zum traurigen Alltag in den Apotheken. Zum Glück lassen sich in den meisten Fällen Ersatzpräparate von anderen Herstellern finden. Doch was passiert, wenn Naturkatastrophen oder andere Krisen die gesamte Gesundheitsinfrastruktur in einer Region lahmlegen oder zerstören? Die Flutkatastrophe im Juli 2021 etwa im Ahrtal war solch ein einschneidendes Ereignis, von dem allein in Rheinland-Pfalz mehr als zwanzig Apotheken betroffen waren.

Laut Gesetz obliegt den Apotheken die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln – überall und jederzeit. So muss jede Apotheke einen Medikamentenvorrat haben, der mindestens dem Durchschnittsbedarf einer Woche entspricht. Für einige selten gebrauchte Arzneimittel muss zudem sichergestellt sein, dass sie in kürzester Zeit beschafft werden können. Dazu betreiben die Landesapothekerkammern sogenannte Notfalldepots, in denen beispielsweise Impfstoffe gegen Tollwut und Hepatitis B und auch Schlangengiftseren eingelagert sind.

Bei Katastrophen mit vielen Verletzten oder Erkrankten kommt den Klinikapotheken eine besondere Bedeutung zu. Sie können in die Notfallbevorratung des Bundes und der Länder einbezogen werden. In diesem Fall haben sie – über den gesetzlichen Versorgungsauftrag hinaus – entsprechend festgelegte Aufgaben im Katastrophenfall zu übernehmen. Dazu zählte auch die Verteilung von Arzneimitteln und Impfstoffen im Rahmen der Covid-19-Pandemie.

Nach der Flut im Ahrtal waren einige Apotheken kaum mehr begehbar. Über die Apothekerkammern wurden aus Apotheken in der Umgebung tagsüber Botendienste organisiert und die Nacht- und Notdienste der Apotheken neu geplant, sodass die Menschen letztlich stets wohnortnah versorgt werden konnten. So haben die in Eigenverantwortung geführten Apotheken vor Ort gezeigt, welch wichtigen Beitrag sie in Katastrophenfällen leisten.

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